Suchtberatung
Was ist Cannabis, Haschisch und Marihuana?
Wie lange wirkt Cannabis und wie wird es eingenommen?
Ist Cannabis eine Einstiegsdroge?
Kann man von Cannabis abhängig werden?
Gibt es ein Passivrauchen von Cannabis?
Wie gefährlich ist Cannabis für Seele und Körper?
Ist Cannabis für Jugendliche gefährlich?
Was ist das Amotivations-Syndrom?
Wie lange kann Cannabis nachgewiesen werden?
Beeinträchtigt Cannabis die Fahrtauglichkeit?
Schränkt der Cannabiskonsum die Denkfähigkeit ein?
Wann wird ein Verfahren wegen des Besitzes von Cannabis eingestellt?
Cannabis ist eine Pflanze, die den berauschenden Stoff THC enthält. Aus den Pflanzenteilen werden drei Drogen hergestellt:
Der in Cannabis enthaltene berauschende Stoff THC wirkt vor allem im Gehirn. Dort beeinflusst er die Steuerung der Bewegungen, der Gefühle und des Gedächtnisses. Er lässt Schmerzen vergessen, macht gesellig und friedfertig. Im Unterschied zu anderen Rauschgiften hat Cannabis keinen Einfluss auf lebenserhaltende Grundfunktionen.
Die Wirkung von Cannabis hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Haschisch und Marihuana werden meist geraucht, indem die zerkleinerten Substanzen mit Tabak zu sogenannten Joints oder Sticks vermischt werden. Haschisch wird auch aus speziellen, im Handel erhältlichen Haschischpfeifen einem sog. Bong geraucht. Beim Rauchen setzt die Wirkung meist unmittelbar ein und dauert bei einer Dosis von 10 Milligramm THC etwa drei bis vier Stunden. Die stärkste Wirkung entfaltet der Stoff nach etwa 30 bis 60 Minuten.
Gelegentlich wird Haschisch auch Tee zugegeben, mit Jogurt gegessen oder in Kekse eingebacken. Hierbei tritt die Wirkung verzögert aber dann sehr plötzlich ein und hält länger an. Je nach Dosis etwa fünf Stunden. Diese Konsumform ist riskant, da die Dosierung nur sehr schwer zu beurteilen ist. Das selten gebrauchte Haschischöl wird meist auf eine Zigarette geträufelt oder Speisen oder Getränken hinzugefügt.
Cannabis ist keine Einstiegsdroge. Wer kifft, greift später nicht automatisch zu härteren Drogen. Allerdings sinkt die Hemmschwelle, auch mal andere Drogen zu probieren. Cannabis wird außerdem oft zusammen mit anderen Rauschmitteln konsumiert. Dadurch erhöht sich das Risiko für körperliche oder psychische Schäden.
Häufiger Cannabiskonsum kann zu einer psychischen und leichten körperlichen Abhängigkeit führen. Viele Konsumenten müssen außerdem nach und nach die Menge des Cannabis erhöhen, um die dieselbe Wirkung zu erzielen. Wer jahrelang gekifft hat, leidet hat nach dem Aufhören mit Entzugserscheinungen. Diese sind im Vergleich zu anderen Drogen mild.
Cannabis wird meist in der Gruppe konsumiert, wobei der passive Konsum von Haschischrauch kaum einen relevanten Wirkstoffgehalt im Blut erzeugt.
Darüber streiten sich Wissenschaftler und selbsternannte Experten. Klar ist, die Wirkung von Cannabis hängt davon ab, welche Qualität die Droge hat, in welcher Menge und wie oft sie eingenommen wird. Außerdem kommt es auf den Gesundheitszustand und die Vorschädigungen sowie die seelische Veranlagung des Konsumenten an.
Kurzfristige körperliche Wirkungen:
Körperliche Spätfolgen:
Bleibende körperliche Schäden durch den Cannabiskonsum sind relativ selten und meist nicht stark ausgeprägt. Allerdings enthält der Rauch von Cannabis zahlreiche Schadstoffe, die im Vergleich zum Tabak um ein Vielfaches giftiger sind und Lungen- und Bronchialerkrankungen sowie Krebs verursachen können. In bestimmten Fällen kann es auch zu Herz-Kreislauf- und Hormonstörungen kommen. Bei Frauen ist Cannabiskonsum vermutlich mit einem leicht erhöhten Risiko der Unfruchtbarkeit verknüpft. Missbildungen von Kindern sind nicht auszuschließen. Bei Männern führt ein chronisch starker Cannabiskonsum zu fehlgebildeten Spermien.
Untersuchungen von Langzeitkonsumenten zeigen keine Hirnschäden, dafür aber leichte Veränderungen von Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistungen. Es gibt Hinweise auf Veränderungen der Hirnstruktur bei Jugendlichen, die bereits vor dem 15. Lebensjahr gewohnheitsmäßig kiffen.
Kurzfristige seelische Wirkungen
Langfristige seelische und soziale Folgen:
Diese können schwerwiegend sein. An der mit dem Konsum steigenden Lust- und Antriebslosigkeit können Freundschaften zerbrechen. Sie ist oft auch Ursache für den Ärger mit Eltern und Kollegen. Obwohl der Konsument selbst ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit hat, lässt diese objektiv betrachtet immer mehr nach. An die Stelle geordneten Denkens und logischer Schlussfolgerungen tritt eine Art Scheintiefsinn. Die Leistungen in der Schule oder im Betrieb sinken und sorgen unter Umständen zum Verlust des Arbeitsplatzes. Langzeitkonsum beeinflusst die Motivation, sich Ziele zu setzen und diese erreichen zu wollen.
Bei einem hohen und dauerhaften Cannabiskonsum kann es eine psychische Abhängigkeit geben. Diese ist verbunden mit einem Abstumpfen der Gefühle. In seltenen Fällen kann auch eine krankhafte geistige und seelische Störung (Psychose) mit Sinnestäuschungen und Wahnvorstellungen ausgelöst werden, ebenso Angstzustände.
Jugendliche stecken mitten in ihrer Entwicklung. Dabei müssen sie sich mit vielen Dingen und Anforderungen aktiv auseinandersetzen. Das wird schwerer, wenn Jugendliche bereits mit 13 oder 14 Jahren Cannabis konsumieren. Sie werden gleichgültig und lustlos und bekommen meist dazu noch Probleme in der Schule.
Wie „gefährlich“ Cannabis für den Einzelnen ist, hängt davon ab, ob er oder sie nur einmal probiert, gelegentlich kifft oder regelmäßig einen Joint raucht. Außerdem gibt es weitere persönliche Risiken, die die Gefahr einer seelischen Abhängigkeit erhöhen können: frühzeitiger Beginn des Konsums, mangelnde soziale Unterstützung in der Familie und ein Freundeskreis, der sich auf Drogenkonsumenten beschränkt. Bei regelmäßigem Konsum, allgemeiner Perspektivlosigkeit und schlechter psychischer Gesundheit besteht die Gefahr, dass Cannabis zum ständigen Begleiter, zur Flucht und zum scheinbaren Problemlöser wird.
Dieser Fachbegriff steht für eine Folge des Cannabiskonsums: Das zunehmende Desinteresse an der Umwelt gepaart mit einer verminderten Belastbarkeit. Der Konsument zieht sich immer mehr in sich zurück und wird sich selbst und den Aufgaben des Alltags gegenüber immer gleichgültiger. Er fühlt sich den Anforderungen der Leistungsgesellschaft immer weniger verpflichtet und gewachsen und schert aus seinem sozialen Umfeld aus.
Die Nachweisbarkeit von Cannabis ist individuell recht unterschiedlich und hängt vom Konsum, vom Körperfett und vom Stoffwechsel ab. Der Wirkstoff THC ist stark fettlöslich und lagert sich im Fettgewebe ab. Dort wird es nur langsam freigegeben, so dass der aktive Wirkstoff im Blut zwölf Stunden lang messbar bleibt. Danach können noch Abbauprodukte nachgewiesen werden.
Im Urin eines Menschen, der regelmäßig und über längere Zeit Cannabis konsumiert, kann das THC wochenlang nachgewiesen werden. Auch wenn er oder sie aktuell nichts mehr nimmt. Gelegentlicher Cannabisgebrauch hinterlässt einige Tage Spuren im Urin. Im Speichel können Cannabisrückstände etwa zwei Tage, im Haar bis zu drei Monate nach dem letzten Konsum nachgewiesen werden.
Ja. Der Cannabisrausch und die damit verbundenen Wirkungen auf die Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion sind erheblich. Sie sind nicht vereinbar mit dem Steuern eines Fahrzeuges, der Bedienung komplexer Maschinen oder anderen Aufgaben, die Aufmerksamkeit erfordern.
Hinweise auf Hirnschädigungen durch chronischen Cannabiskonsum liegen nicht vor. Auch sind keine negativen Folgen für die Intelligenz nachgewiesen. Bei einem langjährigen, täglichen oder fast täglichen Konsum können aber Veränderungen des Gehirnstoffwechsels festgestellt werden.
Die Lern- und Erinnerungsfähigkeit sowie die Aufmerksamkeitsleistung werden durch langfristigen Konsum negativ beeinflusst.
Rauschähnliche Wahrnehmungsstörungen können entstehen, wenn zusätzlich zu Cannabisprodukten gleichzeitig oder im Wechsel andere Drogen wie LSD genommen wurden. Der sogenannte Flash back kann auch eintreten, wenn zuvor länger keine Drogen mehr konsumiert wurden.
Da Alkohol ebenso wie Cannabisprodukte das Denken und die Reaktionsfähigkeit einschränkt, werden diese Effekte bei einem gleichzeitigen Konsum beider Substanzen zusätzlich verstärkt.
Es gibt keine Grenzwerte, die in ganz Deutschland gelten. Jedes Bundesland bestimmt selbst, welche Menge es als „gering“ einstuft und für den persönlichen Bedarf akzeptiert. In diesem Fall kann die Staatsanwaltschaft auf eine Klage wegen unerlaubten Drogenbesitzes verzichten. In einigen Bundesländern wurden sechs Gramm Haschisch oder Marihuana als geringe Menge festgelegt, andere wie Baden-Württemberg haben bewusst keinen Richtwert dafür.