Suchtberatung
Was ist ein Standardglas Alkohol
Wie berechnet man den Promillegehalt des Alkohols im Blut?
Was passiert bei wie viel Promille?
Sind Frauen schneller betrunken?
Was sind psychische und soziale Langzeitwirkungen von Alkohol?
Welche Folgen hat Alkohol für das ungeborene Kind?
Wann gilt ein Alkohol-Konsum als risikoarm?
Wie gefährlich ist Alkohol im Straßenverkehr?
Welche Promillegrenzen gibt es im Straßenverkehr?
In geringen Mengen wirkt Alkohol anregend. Er steigert die Stimmung, hilft Hemmungen und Ängste abzubauen und fördert die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft. Bei mittleren oder höheren Dosierungen kann heitere Stimmung in Gereiztheit, Aggression und Gewalt umschlagen. Gefühle sind dann nicht mehr unter Kontrolle. Die meisten aggressiven Straftaten werden unter Alkoholeinfluss begangen.
Ein großes Problem stellen die schwindende Konzentrationsfähigkeit und die längeren Reaktionszeiten dar. Die enthemmende Wirkung des Alkohols steigert die Wahrscheinlichkeit für risikohaftes Verhalten, zum Beispiel im Straßenverkehr und bei Unfällen.
Deshalb ist der Rauschzustand zweier Menschen nicht unbedingt gleich, wenn sie dieselbe Menge Alkohol getrunken haben.
Alkohol gelangt über die Schleimhaut des Magens und des Dünndarms ins Blut. Eine halbe bis eine ganze Stunde nach dem Trinken ist die Konzentration des Alkohols im Blut am höchsten.
Zwei bis fünf Prozent des Alkohols werden über Atemluft, Schweiß und Urin ausgeschieden. Der Rest wird in der Leber abgebaut. In einer Stunde baut ein Mensch durchschnittlich 0,1 bis 0,2 Promille ab – immer abhängig von seiner körperlichen Verfassung.
Der Alkohol gelangt über das Blut ins Gehirn, wo er die Informationsübertragung der Nervenzellen beeinflusst. In geringen Dosen wirkt das stimulierend, bei mittleren und höheren Dosen hemmend.
Der Alkohol verursacht eine Vergiftung im Körper, die die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit stört. Sprechen, Einschätzungen treffen, den Körper koordinieren – alles fällt schwerer. Der Betrunkene wird müde und benommen. Bei sehr hohem Promillegehalt kann es zum Koma oder Tod kommen.
Ein Standardglas ist ein Glas mit ca. 10 – 12 g reinem Alkohol, z.B. ein kleines Glas Bier (0,25 l), ein kleines Glas Wein (0,1 l) oder ein Glas Schnaps (0,04 l). Die in der Gastronomie verwendeten Gläser entsprechen meist diesem Vorgaben.
Die Konzentration des Alkohols im Blut (BAK) wird in Promille angegeben. Sie kann berechnet werden, wenn man weiß, wie viel jemand getrunken hat und wie schwer er oder sie ist. Die Menge des Alkohols wird in diesem Fall nicht in Liter sondern in Gramm angegeben. Ein Standardglas Alkohol – zum Beispiel ein Bier, ein Wein oder ein Schnaps – enthält etwas zwölf Gramm Alkohol.
Männer
Alkoholmenge in Gramm
------------------------------------ = Promille
Körpergewicht in kg x 0,68
Frauen
Alkoholmenge in Gramm
---------------------------------- = Promille
Körpergewicht in kg x 0,55
Die folgenden Angaben zu den Wirkungen des Alkohols gelten für Erwachsene und sind als Anhaltspunkte zu betrachten. Wie sich welcher Promille-Wert bei einem Menschen auswirkt, hängt von vielen Faktoren ab. Kinder und Jugendliche sind zum Beispiel wesentlich empfindlicher als Erwachsene. Bei ihnen können auch geringere Mengen zu Lähmung und Tod führen.
Auch bei Erwachsenen gibt es eine tödliche Dosis: Ab einem Alkoholgehalt von mehr als drei Promille im Blut kann Alkohol zu Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Tod führen. Diese Dosis wird selten erreicht, da die Trinker meistens vorher einschlafen oder durch Erbrechen der Alkohol ausgeschieden wird, bevor er ins Blut gelangt. Todesfälle sind vor allem möglich, wenn zu viel Alkohol in kurzer Zeit getrunken wird, zum Beispiel bei Trinkwetten.
0,2 bis 0,5 Promille:
ab 0,5 Promille
ab 0,8 Promille
Rauschstadium
1,0 bis 2,0 Promille:
Betäubungsstadium
2,0 bis 3,0 Promille:
Lähmungsstadium
ab 3,0 Promille:
ab 4,0 Promille:
In der Regel gilt: Der Wert des Alkohols im Blut (angegeben in Promille) ist bei Frauen höher als bei Männern, wenn beide die gleich viel getrunken haben. Das hat etwas mit dem Körper zu tun: Frauen sind meist leichter als Männer und haben weniger Flüssigkeit im Körper. Der Alkohol „verdünnt“ sich in ihrem Blut weniger als bei Männern. Deshalb wirkt der Alkohol bei ihnen oft schneller und heftiger.
Körperliche Folgen: Da der Alkohol durch das Blut über den ganzen Körper verteilt wird, kommt es bei regelmäßigem und erhöhtem Konsum in fast allen Geweben zu Schädigungen der Zellen. Vor allem betroffen sind die Leber (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), die Bauchspeicheldrüse, das Herz (Erweiterung des Herzmuskels). Außerdem sind das zentrale und periphere Nervensystem (Hirnatrophie, Polyneuropathie) und die Muskulatur (Muskelatrophie) betroffen. Forschungen belegen, dass bei langfristigem massiven Alkoholkonsum ein erhöhtes Krebsrisiko besteht (Mund-, Rachen-, Speiseröhrenkrebs und bei Frauen Brustkrebs).
Ein abruptes Absetzen des Alkohols kann gefährliche Entzugserscheinungen zur Folge haben. Dazu gehören Krampfanfälle sowie Bewusstseins- und Orientierungsstörungen. Diese werden oft von beängstigenden Wahnvorstellungen begleitet werden. Hinzu kommen starke Entzugserscheinungen wie Schwitzen, erhöhter Puls und Blutdruck sowie Unruhe und Angstzustände.
Psychische Folgen einer Alkoholabhängigkeit sind neben Stimmungsschwankungen und Angstzuständen auch Depressionen und Selbstmordgedanken.
Durch den Alkoholmissbrauch verändern sich auch die Beziehungen zu anderen Menschen. Es entstehen Konflikte, Ehen und Freundschaften zerbrechen, der Arbeitsplatz geht verloren, die Wohnung wird gekündigt. Darunter leiden nicht nur die Alkoholkranken, sondern auch ihre Kinder.
Alkoholkonsum während der Schwangerschaft kann zu schwersten Schädigungen des Kindes führen. Die körperlichen Missbildungen und geistige Behinderungen werden als fötales Alkoholsyndrom bezeichnet.
Alkoholtrinken gilt dann als risikoarm, wenn maßvoll und an die jeweilige Situation angepasst getrunken wird. Faktoren wie Alter, Geschlecht, Alkoholmenge und das Umfeld, in dem getrunken wird, spielen dabei wichtige Rollen.
Erwachsene Frauen sollten zu einem risikoarmen Gebrauch nicht mehr als 1 Standardglas an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche trinken, Männer nicht mehr als 2 Standardgläser an nicht mehr als 5 Tagen pro Woche.
Für Jugendliche gelten wesentlich geringere Alkoholmengen, da sich der Organismus und vor Allem das Gehirn noch in der Entwicklung befinden.
Alles was darüber hinaus geht ist ein riskanter Alkohol-Konsum.
Alkohol beeinträchtigt die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Gefährliche Situationen werden zu spät erkannt und falsch eingeschätzt. Deshalb gilt: Wer Alkohol getrunken hat und anschließend ein Fahrzeug steuert, gefährdet sich und die anderen Verkehrsteilnehmer. Das Unfallrisiko steigt bereits nach dem Trinken geringer Mengen, es verdoppelt sich ab 0,5 Promille und es verzehnfacht sich ab einem Wert von 1,1 Promille. Die gefährliche Wirkung des Alkohols wird erhöht, wenn zeitgleich Cannabisprodukte eingenommen werden.
Fahranfänger innerhalb der Probezeit und Menschen bis 21 Jahren dürfen in Deutschland dürfen keinen Alkohol getrunken haben, wenn sie ein Fahrzeug steuern. Werden sie von der Polizei im alkoholisierten Zustand erwischt, müssen sie den Führerschein abgeben und eine Strafe bezahlen. Alle anderen dürfen bis zu einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille am Straßenverkehr teilnehmen. Allerdings gilt auch für sie: Wer alkoholisiert fährt, verliert seinen Versicherungsschutz.
Folgende Strafen gelten für Personen, die alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehmen:
Wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen:
Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration
Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration
Wenn Anzeichen für Fahrunsicherheit vorliegen:
Ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration
Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration
Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration
Wenn es zum Unfall kommt:
Ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration
Ab 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration
Ab 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration
Wer nach einem Führerscheinentzug einen neuen möchte, muss zunächst eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) bestehen. Diese wird oft als „Idiotentest“ bezeichnet, und soll klären, ob die Person körperlich und geistig geeignet ist, wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Die Untersuchung machen Experten der "Begutachtungsstellen für Fahreignung“.